Der liebevolle, sensible Kater Fieni berührt tief mein Herz

von Brigitte-Devaia

Fieni lebte mit Fienchen etwa anderthalb Jahre lang auf der Terrasse und in dem kleinen Garten eines verlassenen Hauses. Jeden Tag bei Wind und Wetter sind wir zu dem Haus gefahren und haben die beiden gefüttert. Doch als der zweite Winter nahte, haben wir unsere kleine Werkstatt ausgeräumt und die beiden dort kurzerhand für eine Weile einquartiert.

Fieni war beim Einzug bei uns etwa drei Jahre alt. Wir haben ihn schon nach kurzer Zeit aus der Werkstatt zu uns ins Haus reingeholt, weil Fienchen ihn immer wieder sehr heftig gebissen hat – warum auch immer. Ich habe es einige Male miterlebt und dabei beobachten können, dass er sich überhaupt nicht wehrte, obwohl ihm die Bisse große Schmerzen bereitet haben. Er zitterte danach immer sehr lange und verzog sich traurig auf den Schrank. Und dort oben blieb er die restliche Zeit sitzen. Er war hypernervös und zitterte ständig am ganzen Körper. Das war in dieser Zeit mehr oder weniger sein Grundzustand. Schließlich gab ich ihm das, was er dringend brauchte:  Liebe, Geborgenheit, Schutz und menschliche Zärtlichkeit.

Fieni war an Menschen und Hunde gewöhnt und dennoch ist er bis heute scheu geblieben, vor allem auch Fremden gegenüber. Was war in den anderthalb Jahren passiert, in denen er alleine an dem alten Haus gelebt hat? Wenn wir zum Füttern kamen, spürte ich, wie gerne er bei mir sein würde. Nun, sein Wunsch ging schließlich in Erfüllung!

 

Seit Fieni bei uns im Haus ist und mit uns auf dem Sofa schmust, geht es ihm so gut, dass er sich vor lauter Freude in den Kissen herumwälzt, sich an uns ankuschelt und uns immer wieder Küsschen gibt (Nasenstübber). Jeder Tag mit ihm ist die reinste Freude für mich. Fienis Fell ist inzwischen nicht mehr dünn, sondern satt und glänzend und er strotzt vor Gesundheit und Kraft. Fieni ist ganz besonders friedvoll. Er kämpft nicht, er kratzt nicht, er beißt nicht, er wehrt sich nicht! Das macht ihn zu etwas ganz Besonderen.

Als Kater Giesi starb - er war am längsten bei uns - ist Fieni mein Tröster gewesen und hat nicht nur mein trauriges Herz, sondern auch mein Bett im oberen Stock erobert. Pünktlich legt er sich abends in sein Nestchen in meinem Bett und wartet auf seine Schmusestunde. Und wenn ich dann komme, beginnt er damit, sich schnatternd im Bett umherzuwälzen und sich fest an mich zu drücken. Er liebt es, gekrault zu werden und man kann es nicht anders ausdrücken - er plappert dabei. Ich glaube dann, dass kein Tier glücklicher sein kann, wie dieser liebevolle, weiche, sensible Kater. Ich liebe ihn von Herzen und danke jeden Tag dafür, dass er da ist.